Ratlosigkeit auf der Führungsebene

Politiker der etablierten Volksparteien sind beunruhigt und teils ratlos. Schüler gehen für ihre Zukunft auf die Straße, Youtuber rufen zum Wahlboykott auf und Wahlergebnisse rauschen in den Keller. Was ist da los? Was hat sich verändert?
 
Wir nähern uns insbesondere auf politischer Ebene gerade einem „Tipping-Point“. Wird dieser überschritten, wird sich vieles grundlegend verändern. Was vor dem Umkehrpunkt noch beherrschbar scheint, versinkt nach dessen Überschreitung im Chaos. Was vorher noch greifbar war, schaukelt sich immer weiter auf.
 

Die Verhältnisse schaukeln sich auf

Die Komplexität auf dieser Welt wird jeden Tag mit enormer Geschwindigkeit größer. Durch unsere extreme Vernetzung schaukelt sich jetzt etwas auf, was möglicherweise nicht mehr beherrschbar sein wird.
 
Klassische Führung in Unternehmen und besonders in der Politik beginnt angesichts rasanter komplexer #Entwicklungen instabil zu werden. Führung und Führungsentscheidungen werden zunehmend hinterfragt. Reaktionen verbreiten sich mit extremer Geschwindigkeit und mit großer Reichweite. Altbewährte Informationswege funktionieren plötzlich nicht mehr und durch die Digitalisierung der Kommunikation entstehen neue Regeln.
 
Mit jeder Gegenreaktion verheddern sich die politischen Akteure immer mehr. Wer die jungen Menschen jetzt nicht ernst nimmt, wird weiter Glaubwürdigkeit verspielen. Prof. Gerald Hüther warnt in seinen Vorträgen immer davor, Menschen als Objekte zu sehen, sie zu funktionalisieren. Politik neigt aber dazu, Menschen zu Wählstimmen zu degradieren und ihnen nur solange zuzuhören, bis der Wahltag vorbei ist.
 

Den Drachen reiten, Zukunft anders denken!

Mein Ansatz lautet: „Den Drachen reiten!“. Jetzt die enorme Kraft nutzen, die im System steckt und nicht dagegen ankämpfen! Die Hinweise dankend annehmen, Offenheit, Neugier und #Empathie entwickeln, #Diskurs lernen, die Menschen einbeziehen und im Diskurs nach Lösungen suchen. Dann wird eine völlig neue Form der Führung entstehen, die es zulässt, Zukunft anders zu denken.
 
Die zukünftigen Herausforderungen sind nicht mit den „Werkzeugen“ der Vergangenheit zu lösen. Komplexität lässt sich nicht durch Umlegen großer Hebel bewältigen. Besser ist es, Feingefühl zu entwickeln, Zusammenhänge zu sehen, umzudenken und besonnen zu handeln. Loslassen! Gerade jetzt!
 
Übrigens: Schon 2011 hat (… der leider mittlerweile verstorbene) Prof. Dr. Peter Kruse im Bundestag Entwicklungen beschrieben, wie wir sie aktuell gerade erleben: https://www.youtube.com/watch?v=HldaHeAQy1A
skizzenblock-ratlosigkeit-01

Wer in komplexen Zeiten an alten Strukturen festhält, wird langfristig verlieren. Die Herausforderungen der Zukunft lassen sich nur durch Neugier, Offenheit und Empathie bewältigen. 

Gerhard Sperling

Gerhard Sperling

Gedanken zum Vortrag am 11.4.2019.

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